Das war eine schwierige Wahl … Wie schon bei 2024 bestand die Grundvorgabe darin, 20 Porträts zu haben.
Also haben wir versucht, bei dieser Auswahl so repräsentativ wie möglich zu sein und der Geschichte treu zu bleiben. Das bedeutet, dass wir verschiedene Epochen berücksichtigen mussten. Wir haben auf eine ausgewogene Präsenz von Männern und Frauen, von deutscher und französischer Sprache geachtet, wir haben wirklich versucht, die Vielfalt der Gesellschaft in dieser Auswahl zu repräsentieren… Das ist natürlich nicht einfach. Wir haben viele Informationen über bestimmte Personen: Menschen, die unserer Zeit nahe stehen, sehr oft Männer, Menschen, die zur Elite gehörten, die mächtig waren, die in Filmen ihre Spuren hinterlassen. Während man über Migrantinnen und Migranten, Frauen oder Menschen, die vor zwei- oder dreitausend Jahren gelebt haben, kaum etwas findet. Das ist eine Herausforderung für uns. Wir haben auch versucht, nach anderen Wegen zu suchen, wie wir mit Persönlichkeiten umgehen können, die wir bereits kennen. Wir dachten, dass wir hier die Möglichkeit haben, sie auf eine andere Art und Weise zu sehen. Man kann Themen immer neu überdenken und eine neue Perspektive einnehmen. Das war sehr motivierend. Der zweite Ansatz war, völlig unbekannte Menschen zu nehmen, Menschen mit Migrationshintergrund, Menschen aus der Unterschicht, weil sie auch Teil der Geschichte sind. Und genau zu thematisieren, warum man so wenig über diese Menschen weiß, warum man sie nicht spezifisch hervorgehoben und dargestellt hat und warum man ihnen bisher weniger Bedeutung beigemessen hat.