Ein CI/CD für Architektour

Matthias Grütter aka Dadais war bereits für einen Workshop in der Schule verpflichtet worden: Die 3. Grafikklasse erhielt Ende 2023 den Auftrag, eine visuelle Identität für seinen geführten Rundgang „Architektour“ zu entwickeln. Bis heute prüft er die verschiedenen Vorschläge der Schüler*innen, bevor er einen davon für seine Tour auswählt. Zwei Schülerinnen, Anna Corbat und Karoline Jäggi, enthüllen uns die Früchte ihrer Überlegungen zu diesem Auftrag.
Guten Tag Karoline, guten Tag Anna. Könnt ihr uns erklären, worum es bei dem Projekt Corporate Identity ging?
Karoline: Corporate Identity/ Corporate Design ist ein fiktiver Auftrag, bei dem wir eine visuelle Identität für einen echten Kunden entwickeln sollen. Das Thema ist ein Angebot für Führungen, welche er gerade in der Stadt anbietet, rund um die Architektur der Neuen Sachlichkeit in Biel. Wir haben die Person getroffen und unsere Lehrer haben uns ein Briefing gegeben, um das Projekt zu entwickeln. Wir wissen noch nicht, ob es realisiert wird oder nicht. Anna: Als Einführung in den Workshop haben wir die Architektour von Dadais gemacht und es war super! Es war eine gute Möglichkeit, ein wenig über den Architekturstil des Bahnhofsviertels in den 30er Jahren zu lernen. Er hat uns auch Archivmaterial zur Verfügung gestellt und woraufhin wir an einem persönlichen Konzept gearbeitet haben.
Können Sie uns die architektonische Bewegung, die im Mittelpunkt stand, verdeutlichen?
Anna: Ja, wir haben uns mit dem Modernismus der 1930er Jahre beschäftigt. Ich war ziemlich beeindruckt, als ich ihn bei einer Führung kennenlernte, und von da an fand ich die Architektur viel interessanter, vor allem, weil ich verstand, wie sehr soziale Aspekte in diesen Baustil einbezogen wurden. Ein Detail zum Beispiel: Dass die Waschküche nicht im Keller, sondern oben auf dem Dach ist, damit es einfacher ist, die Wäsche direkt im Freien aufzuhängen.
Auf welcher Ebene hat der politische und soziale Kontext diese Architektur beeinflusst?
Anna: Der soziale Kontext spielt in Biel ein grosse Rolle. Aber diese Form der modernistischen Architektur charakterisiert: das „Rote Biel“. Beim Spazierengehen sieht man übrigens überall so etwas wie Fahnenmasten an den Häuserfassaden. Sie tragen zwar keine Fahnen, aber sie sind Standards dieses „Rote Biel“. Ein regelrecht sozialistischer Aspekt. Und die berühmte Rotonde, die ursprünglich Volkshaus hieß, ist ein sehr symbolträchtiges Gebäude. Es war ein wunderschönes Haus, von dem die meisten Strukturen heute noch vorhanden sind. Hier konnte man günstig essen und übernachten, sich amüsieren, debattieren und vieles mehr. Das Herz der sozialistischen Bewegung schlug dort. Karoline: Dadaïs Grütter hat uns erklärt, was er über die Gebäude und den sozialen Kontext weiß. Dann haben wir auch unsere eigenen Recherchen über das Bauhaus gemacht, wo es herkommt, und haben das alles miteinander kombiniert. Der Zeitraum, in denen die Gebäude gebaut wurden, waren die 20er und 30er Jahre. Sie wurden mit dem Ziel des Teilens entworfen. Selbst die Bushaltestellen sorgten durch ihre Form dafür, dass sich die Menschen treffen konnten.
Hat sich dein Blick auf die Stadt Biel verändert?
Karoline: Ja, bei allem, was er uns in der Innenstadt gezeigt hat, fallen mir die Unterschiede zwischen den Gebäuden viel mehr auf. Es gibt übrigens auch viele solcher Bauten im Quartier Richtung Mett. Jetzt bemerke ich auch die Inschriften, die es auf den Fassaden gibt. Dadaïs Grütter hat ein Manifest geschrieben, um dieses Erbe zur Geltung zu bringen. Er würde gerne die aktuellen Schilder in der Bahnhofstrasse entfernen lassen. Und ich finde, das wäre eine gute Initiative. Anna: Ich fand es schön, weil sie damals eine Utopie gebaut haben. Als ich diese Führung gemacht habe, habe ich bemerkt, dass das Potenzial, die Dinge zu verbessern, nun, es ist ja schon da, während der ganzen Zeit! Und das wäre wirklich eine gute Basis, die man weiterentwickeln könnte…. es existiert schon vieles, viele schöne und solide Bauten; man müsste ein paar Parkplätze wegnehmen, ein paar Innenhöfe zu weiteren Gärten umnutzen, und das Bahnhofsviertel wäre wieder top !
Was sollten Sie danach auf grafischer Ebene umsetzen?
Karoline: Eine flexible visuelle Identität, die für bestimmte Formate bereitgestellt werden kann: ein Logo, zwei Plakate, Flyer, Instagram-Posts, Stories, Broschüren, eine Umhängetasche, solche Dinge….
Können Sie Ihren Vorschlag für die Identität von Architektour in wenigen Worten erklären?
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